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HERZOGENAURACH. „Oh Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel
im Himmel nichts mit Dir anzufangen“, getreu dieses Mottos
hatten sich vor zehn Jahren Neubürger aus Siebenbürgen in
Herzogenaurach zusammengeschlossen und die „Siebenbürgische
Volkstanzgruppe Herzogenaurach“ gegründet.
Am Samstag
beging man nun im Vereinshaus das zehnte Jubiläum. „Wir wollen
nicht unter uns bleiben und so gehören bereits auch gebürtige
Herzogenauracher zu unserer Tanzgruppe. Es ist das Bestreben,
über unsere Tänze und Trachten das, was wir von unseren Eltern
lernten, in unserer neuen Umgebung fortzusetzen“, so ein
sichtlich zufriedener Vorsitzender Gerhard Berner.
Inzwischen habe man in der Tanzgruppe 66 Mitglieder, darunter 16
Kinder, elf Jugendliche und 39 Erwachsene. So möchte man auch
zukünftig bemüht sein, über die eigene Öffnung sowie die
Tanzdarbietungen der breiten Öffentlichkeit die eigene Identität
näher zu bringen. Dass man sich dabei auf einem guten Weg sieht,
beweisen auch die zahlreichen Einladungen weit über die Region
hinaus, welchen man inzwischen nachgekommen sei, getreu des
eigenen Mottos „Spaß und Freude am Volkstanz vermitteln, einen
Beitrag zur Erhaltung des Kulturgutes der Ahnen leisten, nach
außen zur eigenen Identität beitragen und ein Stück
Vergangenheitsbewältigung tätigen“.
Der Zweite Vorsitzende Hans-Werner Krempels, Ehemann der an
diesem Tage vielfach geehrten Tanzleiterin Brigitte Krempels,
streifte die Ereignisse der zurückliegenden zehn Jahre und die
Vielseitigkeit der Tanzgruppe. Als man nach dem Eintreffen in
der neuen Heimat erste Grundbedürfnisse im sozialen Bereich
gemeistert hatte, war man bestrebt, die eigene Kultur wieder in
den Lebensablauf einzubinden. Dabei wurde eben die Tanzgruppe zu
einer wertvollen Hilfe.
Landrat Eberhard Irlinger vermittelte in seiner Rede von Beginn
an eine enge Verbundenheit zu den Siebenbürgern. „Heimat ist ein
großes Wort, doch was Heimat ist und bedeutet, das vermittelt
die Siebenbürgische Volkstanzgruppe Herzogenaurach in
großartiger Weise.“ Manches Alte könne man über Bord werfen,
manches aber lohne sich zu bewahren und mit dem Hinweis, dass
die Volkstanzgruppe ihren festen Platz in diesem Landkreis habe
und er ihnen tiefen Respekt zolle, schloss der Landrat seine
Ausführungen.
Herzogenaurachs Zweiter Bürgermeister Walter Nussel bedankte
sich namens der Stadt für die Fröhlichkeit und kulturelle
Vielfalt, mit welcher die Volkstanzgruppe in der Stadt viele
Freunde gewonnen habe. Dies sei ein entscheidender Grund dafür,
dass die Siebenbürger hier eine neue Heimat gefunden hätten.
Da die Festreden in ein wahrhaft buntes Programm eingebettet
waren, erlebten die Besucher rund zwei Stunden Kurzweil, nicht
zuletzt auch dank der herrlichen Tanzbeiträge durch die
Erwachsenen,- Jugend- und Kindergruppen. Zur festlichen Stimmung
trug auch das Musiktrio der Tanzgruppe bei und ein von
Jugendlichen vorgetragener Sketch sorgte zwischenzeitlich auch
für eine humorvolle Abwechslung. Die Jubiläumsveranstaltung fand
dann am Abend mit einem großen Jubiläumsball, zu welchem die „Romanticas“
den musikalischen Rahmen gaben, ihren Abschluss. |